Die Südwestspitze Europas

Gestern war Strandtag. Mit dem Fahrrad – Lona wieder mit Nasenspitze im Wind – sind wir aus Zambujeira raus gefahren und haben einen kleinen Strand in einer Bucht besucht. Nach dem Abstieg auf Meereshöhe sind wir durch die Wellen gewatet. Lona ist dabei einmal von einer Welle komplett unter Wasser gekommen. Das hat ihre Vorsicht nun wieder wachsen lassen. Wir saßen dann noch ein wenig im Sand im Halbschatten. Dabei hat Lona mit großem Eifer gebuddelt und Doris fast unterhöhlt.

Heute haben wir unseren Sehnsuchtsort verlassen und sind weiter nach Süden gefahren. Die Küste bleibt felsig, nur unterbrochen von einigen Sandbuchten mit schönen Stränden, die meist tief unten liegen. An einer dieser Buchten, dem Praia di Arrifana, haben wir mittags Halt gemacht und lecker gegessen.

Unser Tagesziel war der Farol de São Vicente, der Leuchtturm an der südwestlichen Spitze Europas. Ein schöner Leuchtturm und beeindruckende Felsen ziehen die Massen an. Wer will es sich schon nehmen lassen, nicht an diesem markanten Punkt gewesen zu sein und die vermeintlich letzte Bratwurst vor Amerika (Werbeslogan einer der Buden) gegessen zu haben. Ich finde, dass man einem solchen Ort auch anders begegnen könnte. Vieles, was in Europa aktuell passiert, und vieles, was Europa ausmacht, sind hier weit weg. Der Blick auf die Weite des Meeres und auf die tollen Felsen könnte auch dazu einladen, an die vielen anderen besonderen Punkte in Europa zu denken. Und wer will aktuell schon nach Amerika, um dort eine Bratwurst zu essen?

Anschließend sind wir noch ein paar Kilometer gefahren zu unserem heutigen Nachtquartier, ein ruhiger Stellplatz. Lona hat es sich auch hier wieder heimisch gemacht. Sie macht das alles wirklich toll, geht dorthin mit, wo wir hingehen, meldet sich, wenn sie Ansprüche hat und hat unseren Pössl als ihr aktuelles Heim angenommen.