Städte-Duo

Zwei Tage waren wir im Landesinneren unterwegs, nun hat das Meer uns wieder. Nach zwei Tagen haben wir die Praia de Labrego verlassen, mit viel Sand im Gepäck. Wir sind ins Landesinnere gefahren und haben uns die beiden Städte Viseu und Coimbra angeschaut. Beide sind auf ihre Weise wirklich Aushängeschilder portugiesischer Kulturgeschichte. 

Coimbra ist die altehrwürdige Universitätsstadt, die dieses Flair nahezu in allen Gassen wiederspiegelt. Der Turm der Universität überragt die ganze Stadt und zeigt jedem Ankömmling, was Coimbra ausgemacht. Etwas weniger sichtbar, dafür umso umwerfender ist die alte Biblioteca Joanina.

Beeindruckend ist für mich auch die Alte Kathedrale Sé Velha, die  von außen eher an eine Burgfestung als an eine Kirche erinnert. Ganz anders das Innere. Ein wunderschöner romanischer Bau, der zu Zeiten des ersten portugiesischen Königs Alfonso Henriques erstellt worden ist. Mein Highlight ist der spätgotische Hauptaltar aus dem 16. Jahrhundert, der sich prächtig von den klaren romanischen Linien abhebt.

Im Schatten der Kathedrale haben wir dann in einem kleinen Restaurant gespeist. Und wie immer ist Lona der erste Gast, der bedient wird. Aber wir sind dann bei Käse und Wurst auch auf unsere Kosten gekommen.

Den Abend und die Nacht haben wir am Río Mondego verbracht. Er ist der längste Fluss Portugals, dessen Quelle und Mündung in Portugal liegen. Das hat Lona wenig interessiert, sie fand den Fluss auch so super.

Viseu ist aus unserer Sicht ebenfalls besuchenswert. Kleiner als Coimbra dominieren hier Klerus und Kunst. Für Ersteres steht die Kathedrale von Viseu und für Letzteres die Malerschule von Viseu, die Grão Vasco Anfang des 16. Jahrhunderts gründete, und aus der mehrere Maler in den nächsten beiden Jahrhunderten hervorgingen.

Nun sind wir wieder am Meer. Wir stehen auf einem Parkplatz am Praia Osso de Baleila. Nur eine Düne trennt uns vom Strand und vom Atlantik, der mit einer stoischen Ruhe und viel Lärm gegen das Land rollt. Gezeiten sind hier wirklich noch Gezeiten. Zwischen Ebbe und Flut liegen mehrere hundert Meter Strand. Wahnsinnig beeindruckend, aber auch beruhigend. Und immer ist ein Sonnenuntergang mit dabei.